Neue Ziele, neuer Blog*

Nach einer längeren Blogger – Sinnkrise habe ich auch dank einem Modul mit Renato Mitra bei Somexcloud wieder Lust, regelmässig zu bloggen. Seit ein paar Wochen setze ich mich intensiv mit Fitnessthemen auseinander und führe jetzt auf meinem neuen Blog Happy Run Lucky Buch über zwei mir anfangs Jahr gesetzte Ziele: 10kg leichter werden und einen Halbmarathon in 2 Stunden zu laufen. Diese Ziele habe ich mir in dem Moment gesetzt, als mir bewusst wurde, dass mein Alter und Jahrgang exakt mit meiner Kleidergrösse und meinem Gewicht korrelieren. Details verrate ich jetzt nicht, aber ich bin Ü-40. Rätselrechnen kann wer mag nun selber. Ich kann und will das fortlaufende Altern (brrr schreckliches Wort) nicht aufhalten, aber bei Kleidergrösse und Gewicht möchte ich den Aufwärtstrend doch gerne versuchen umzukehren. 

Ich bin auf gutem Weg und heute sind es noch genau 4 Monate bis zu meinem Halbmarathon am 13. August in Dublin. Ich habe schon 1 Marathon und 3 Halbmarathons hinter mir. Dieser ist aber der erste, bei dem ich mich  “seriös” auf den Lauf vorbereite, mit seriös meine ich mit Laufplan, Trainieren mit Pulsmessung und Krafttraining. Im Moment trainiere ich 5 Tage die Woche. Warum? Weil ich wissen will, ob ich meine Ziele erreichen kann und weil mir die körperliche “Arbeit” Spass macht. Als Futter für das Hirn habe ich die regelmässige Lektüre von Foodblogs und Klatschmagazinen mit Lesen von Fitnessblogs und -websites ergänzt. Achim Achilles, Runner’s World, Being Fit is Fun, Carson Clay Calhoun auf Instagram und Laufkater gehören zu meinen Favoriten. Mein Lieblingsblogbeitrag des Monats April ist allerdings ein ironisch-witziges Anti-Fitness-Manifest von Reda El Arbi im Stadtblog des Tagesanzeigers mit dem Titel “Fitness Nein Danke“. Lachmuskeln sind ja schliesslich auch Muskeln, die trainiert sein wollen. Der Autor setzt sich im Beitrag mit dem sich in seinem Umfeld stattfindenden Fitnesswahn auseinander und kommt zum Schluss, dass der “Körperverbesserungswahn” eine “verzweifelte Sisyphosarbeit, ohne Aussicht auf Sieg” sei und man sich doch gescheiter “in die Sonne legen, die Gischt der Ewigkeit über sich hinwegspülen lassen und in die Sonne blinzeln” solle, “bis der Ozean der Zeit den Körper wieder einfordert, den man vom materiellen Universum ausgeborgt hat”. Als ehemalige Literatur- und Linguistikstudentin verneige ich mich vor solch elegant eloquenten Satzkonstruktionen. Inhaltlich ist der Blogartikel natürlich nicht voll Ernst zu nehmen. Besonders lachen musste ich über die Behauptung des Autors, Frauen Ü-35 arbeiteten (ja, es ist schon Arbeit) nur an ihrer Fitness zwecks (aussichtsloser) Verbesserung der “optischen Beschlafbarkeit”. Mich nimmt Wunder, an welchen Frauen der Autor sich hier orientiert hat. Meine Fitnessziele werden auf alle Fälle nicht vom Wunsch der Verbesserung meiner optischen Beschlafbarkeit getrieben. Ich habe pragmatischere Gründe, zum Beispiel würde ich gerne die Michelin-Männchen-Bauchringe eliminieren, um wieder in das im Moment nur rumhängende Drittel Kleider zu passen. Und überhaupt, soweit ich mich erinnern kann, trägt ein erhöhtes Fitnesslevel auch zur Verbesserung der Beschlafbarkeit im Hinblick auf Ausdauer und Körperflexibilität bei. Wenn man mal über das optische hinausdenkt, meine ich. Nach der heutigen Trainingseinheit sehe ich aber durchaus Konfliktpotential zwischen optischer und tatsächlicher Beschlafbarkeit. Ich sage nur Adduktoren-Training. Überhaupt drehen sich nach den Trainingseinheiten meine Gedanken primär um Schlaf und nicht Beischlaf. Aber das würde Reda El Arbis Theorie in die Hände spielen. Also den Hinweis gleich wieder vergessen! 

Jedem Tierchen sein Pläsierchen, wie man so schön sagt. Auch ich bin einer Runde Faulenzen nicht abgeneigt. Nebst meiner Teilzeitstelle und meinen zwei kleinen Kinder suche ich im Training trotz aller Anstrengungen Entspannung und Neudeutsch “Me-Time”, bei der ich voll abschalten kann. Beim Laufen fröhnt mein Hirn zudem gerne kreativen Gedankengängen, die schon zu konkreten Lösungen juristischer Probleme, Aha-Erlebnissen oder jüngst Ideen für ein Buchprojekt geführt haben.

In diesem Sinne: frohes Training oder Faulenzen, was auch immer Euch Erfüllung bringt!

* Ja, bewusst Maskulinum. “Das Blog” mag ich nicht. Punkt.

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