Rungry!

Rungry ist eine Wortneuschöpfung zusammengesetzt aus Run und Hungry und drückt aus, dass Läufer ständig hungrig sind. Ist ja auch logisch, denn Training bedeutet Energieverbrauch und erhöhter Energiebedarf. Die grosse Herausforderung liegt nun darin, nicht sinnlos über den Energiebedarf hinweg zu futtern, sondern gute Energiereserven aufzubauen.

Ich behaupte, ich ernähre mich seit jeher einigermassen ausgewogen und gesund, allerdings mit einem Hang zur Crèmeschnitte und einem Cüpli. Um mein Training auch ernährungstechnisch zu unterstützen, müssen also gewisse Veränderungen her.  Ich habe im Internet nach Ernährung für Läufer gesucht und wenig überrascht festgestellt, dass es etwa so viele Empfehlungen wie Suchergebnisse gibt. Die googlschen Websuchverfolgungsaktivitäten via (kalorienfreien) Cookies führten zudem dazu, dass ich in meiner Facebook und Instagram Timeline nun ständig Sponsored Posts für allerlei Protein-Pülverchen, Wässerchen, Clean-Eating-Programme und die neuesten Superfoods habe. Wollte ich die alle ausprobieren, müsste ich wohl einen Kleinkredit beantragen. Ich folge diversen Foodblogs und Food-Magazinen und mir gingen all die Green Bowls und Smoothies mit Chia Samen, Açai Beeren und Quinoa schon länger auf den Wecker. Nun stellt sich ja heraus, dass diese Produkte zumindest von der ökologischen Seite betrachtet nicht viel mit Clean Eating zu tun haben. Unser Heisshunger auf Avocados führt dazu, dass in ganze Wälder abgeholzt werden und die wachsende Nachfrage nach Quinoa verteuert das Produkt im Ursprungsland angeblich derart, dass es für die Bevölkerung quasi zum Luxusprodukt wird. Absurd. Lebensmittel werden zum Trendprodukt und wir laufen wie Schafe diesen Trends hinterher.

Gäbe es eine Studie, die behauptete, Hasen seien besonders vital, weil sie ihren eigenen Kot essen*, Fooby und Migusto hätten das passende Müslirezept mit geschrotetem Hasenköttel (Alnatura Bioqualität) im Nu parat.

Ich lasse die Sponsored Posts und Superfoods also links liegen und orientiere mich an einer (vermeintlich einfachen) Empfehlung, welche Lebensmittelkategorien mein täglicher Speiseplan am Besten beinhalten soll. Von den diversen Büchern und Seiten, die ich mir angesehen habe, haben mich Runningfood von Nicolas Aubineau und Meals on the Run von Runner’s World am meisten überzeugt. img_9810.jpg

Aubineau empfiehlt:

Täglich:

  • mindestens 1.5 l Wasser (Cola Zero zählt leider nicht und im Vergleich zu anderen Quellen scheint die Menge an der unteren Grenze)
  • 400g vollwertiges Getreide
  • 400g Gemüse
  • 2 Stück frisches Obst
  • 200g Fleisch/Fisch/Eier
  • 1 Handvoll Nüsse/Samen als Snack
  • 1-2 Milchprodukte

Wöchentlich:

  • max. 6 Eier
  • mind. 2x pro Woche Kartoffeln
  • mind. 3x pro Woche Hülsenfrüchte
  • 2-3x pro Woche fetthaltigen Fisch

Die “Vorgaben” sind wenig überraschend und scheinen machbar. Eine Umgewöhnung wird aber nötig sein, denn Hülsenfrüchte kommen in meinem Speiseplan kaum vor, weil ich sie nicht sonderlich mag. Auch Milchprodukte kommen eher kurz und viel häufiger als zu Fisch greife ich zu Fleisch. Nun, probieren geht über studieren und an einem Mangel an Kochbücher wird es nicht scheitern.

*Tun sie. Siehe Katie Daynes, What is poo?, Usborne Verlag (grosser Spass für 2-4 Jährige sowie Mütter/Väter). 

 

 

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